Es gibt unter uns noch Menschen, die das wöchentliche Ritual kennen, wenn für die Familie das Badewasser in einem Heizkessel vorbereitet werden mußte. Heute sind wir daran gewöhnt, dass wir nur den Wasserhahn zu öffnen brauchen und schon haben wir Warmwasser. Dieser Komfort ist nicht überall in der Welt selbstverständlich, und wo er als selbstverständliche gilt - in den westlichen Industrieländern - , da kann er ganz schön teuer werden. So muß sich jeder angesichts steigender Energiepreise überlegen, wie man den Warmwasserverbrauch steuern oder einschränken kann, ohne auf Komfort zu verzichten.

Nicht auf Komfort verzichten
Nicht auf Komfort verzichten

Warmwasser zu jeder Jahreszeit

Da wir auch im Winter nicht auf Warmwasser zm Duschen und Baden verzichten wollen, sollten wir die Komponenten unserer Heizungsanlage so aufeinander abstimmen, dass sie unseren Komfortansprüchen und unseren Sparzielen gleichermaßen dienen.


Dezentrale Warmwasserversorgung

Wo Warmwasser für mehrer Wohneinheiten benötigt wird, muß aus hygienischen Gründen das Wasser in regelmäßigen Abständen auf 60 Grad erhitzt werden.

Elektrische hydraulische Durchlauferhitzer

Für das schnelle Aufwärmen von Wasser braucht man eine hohe elektrische Leistung. Durchlauferhitzer mit Anschlußwerten bis zu 27 kW sind erhältlich. Die Leistung (in kW) geteilt durch 2 entspricht in etwa der Wassermenge (l/min), die auf ca. 40 Grad erhitzt wird. Elektrische Durchlauferhitzer haben einen Wirkungsgrad von ca. 98%, ihr Einbau ist von geschultem Fachpersonal durchzuführen. Allerdings darf der hohe Primärenergiefaktor nicht außer Acht gelassen werden.

Elektronische Durchlauferhitzer

Gegenüber dem elektrischen Durchlauferhitzer, der keine Voreinstellung der gewünschten Temperatur hat, bietet der elektronische Durchlauferhitzer die Möglichkeit, eine Wassertemperatur einzustellen. Neben dem Bedienungskomfort wird ein noch höherer Wirkungsgrad und eine Energieeinsparung von 20% erreicht.

Für die Erwärmung des Brauchwasser wird hier in der Regel Strom genutzt, der sehr aufwändig erzeugt werden muss und mit einem Primärenergiefaktor von 3 belegt ist. Das heißt, man muss die dreifache Menge an Energie zuführen im Gegensatz zu der Energie, die erzeugt wird. Damit einher geht auch eine erhöhte CO2-Emission.

Gasdurchlauferhitzer (Gastherme)

Voraussetzung für die Installation einer Gastherme sind Gasversorgung und Abgasabführung. Über Pilotflamme oder elektrischer Zündung (in modernen Geräten Standard) wird bei Bedarf der Gasbrenner gezündet und das Wasser erhitzt, das in Röhren und/oder Lamellen über die Flamme geleitet wird (Wärmetauscher). Wegen ihres hohen Nutzungsgrades ist eine Gastherme energetisch durchaus empfehlenswert. Dass ihr Einsatz dennoch eher rückläufig ist, muss wohl damit zusammenhängen, dass sie im Wohnbereich zu viel Platz beansprucht.

Zirkulationspumpen

Eine elektrisch angetriebene Zirkulationspumpe kann dafür sorgen, dass das in den Wasserleitungen befindliche Wasser nicht zu stark abkühlt. Es wird in regelmäßigen Abständen umgewälzt, so dass man beim Öffnen eines Wasserhahn nicht erst kaltes, sondern gleich warmes Wasser bekommt. In Hotels und Gewerbebetrieben macht eine solche Einrichtung Sinn, in Haushalten mit geringem Wasserverbrauch kann sie nur bei sehr guter Planung und Dämmung effektiv eingesetzt werden. Inzwischen sind auch Zirkulationspumpen auf dem Markt, die sich nachts abschalten.

Solarenergie

Was in den sonnenverwöhnten Regionen üblich ist - das Erwärmen von Wasser in Tanks, die auf Dachterrassen aufgestellt sind - , das können auch wir haben, wenn wir den technischen Aufwand etwas weiter treiben. Kostenbewußte Haushalte können mit einer Kollektoranlage während der Sommermonate den Warmwasserbedarf bestreiten, ohne einen Liter Heizöl zu verbrauchen. Es kommt nur auf die richtige Dimensionierung an.

Guter Rat bewahrt vor falschen Entscheidungen

Angesichts so vieler Möglichkeiten ist es nicht immer leicht, die richtige Entscheidung zu treffen, die den eigenen Komfortansprüchen genügt und auch die wirtschaftlichen und energetischen Überlegungen berücksichtigt. Der Energieberater von sienergium kann das Für und Wider verschiedener Lösungen erörtern und mit seinem Rat dazu beitragen, dass auch die Warmwasserversorgung in das energetische Sparkonzept passt.

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