In Deutschland wird noch überwiegend mit Gas oder Öl geheizt. Beide Energieträger sind relativ teuer und werden auch in Zukunft weiter im Preis steigen. Da erscheint das Heizen mit dem heimischen Energieträger Holz wieder attraktiv, besonders wenn das Holz in der Form von Pellets ins Haus kommt.

Einzelofen oder Heizanlage

Auch wenn in einem Ein- oder Zweifamilienhaus keine Modernisierung der Heizanlage ansteht – die Anschaffung eines Pelletsofens ist unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll. An kühlen Herbsttagen und milden Wintertagen sowie in der Übergangszeit vom Winter zum Frühjahr kann so ein Ofen im Wohnzimmer behagliche Wärme verströmen, während die zentrale Heizungsanlage heruntergefahren wird. Damit werden Energiekosten eingespart, denn das Heizen mit Holzpellets ist sehr wirtschaftlich. Ein Pellet-Einzelofen hat einen Leistungsbereich von etwa 2 - 6 kW.

Woran liegt es, dass dieser traditionelle Brennstoff, der in unseren Wäldern wächst, heute wieder zu Ehren kommt? Der günstige Preis und eine gewisse Preisstabilität sind sicherlich wichtig. Aber auch die Ökobilanz spricht für den Einsatz von Holzpellets. Werden Holzpellets verbrannt, geben sie nicht mehr CO2 an die Luft ab, als beim Wachstum des Holzes in sie eingebunden wurde. Würde das Holz ungenutzt verrotten, würde die gleiche Menge CO2 freigesetzt, wie bei der Verbrennung des Holzes. Die Qualität von Holzpellets sind in Deutschland und in Österreich in DIN bzw. Ö Normen geregelt, unter anderem sind hier die Grenzwerte für die Emission von Feinstaub und Ruß festgelegt. Pellets, die beide Normen erfüllen sind von besonders guter Qualität.

Pellets - Gepresste Holzspäne
Pellets - Gepresste Holzspäne

Hinzu kommt, dass das Material zur Herstellung von Pellets als Abfall der heimischen Holzwirtschaft reichlich vorhanden ist und so einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird. Holzspäne und Sägemehl werden unter hohem Druck zu Pellets geformt. Der im Holz vorhandene Stoff Lignin wirkt als Klebstoff, der die Pellets in Form hält. Es dürfen keine chemischen Zusatzstoffe bei der Herstellung verwendet werden. So entstehen kleine Energieträger mit geringer Restfeuchte und einer hohen Energiedichte. Für das ökologische Gewissen erfreulich ist zudem, dass man einen heimischen Brennstoff verwertet, der auf relativ kurzen Wegen angeliefert wird. Achten Sie beim Kauf von Pellets nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität von Produkt und Service. In Deutschland ist die Produktion von Pellets in der DIN 51731 geregelt.

Moderne Technik ermöglicht Pelletheizung

Ein wichtiger Grund für den Anstieg der Verbrennung von Holz ist sicher die Entwicklung und der Einsatz von modernen Pelletheizungen. Denn damit werden dem Nutzer viele Vorteile geboten und es gibt für ihn keine Einbußen im Komfort gegenüber anderen Heizungsanlagen, wie Erdgas- und Ölheizungen. Im Gegensatz zur Beschickung von Heizkesseln mit Stückholz sind Pellets viel besser dosierbar und mit automatisierter Beschickung ist die Regulierung der Wärme einfach und modern zu handhaben.

Was spricht für Pellet-Heizungsanlagen

  • Nachwachsende Energieträger, keine Versorgungsengpässe, da nachhaltige Holzwirtschaft
  • CO2-Emission annähernd neutral.
  • Die CO2-Belastung einer Pellet-Heizung ist um 75 bis 80% geringer als die einer mit Erdgas oder Heizöl betriebenen Anlage
  • Kaum Komforteinbußen gegenüber herkömmlichen Zentralheizungen
  • Geringe Schwefelemission. Der Schwefelgehalt von Holzpellets ist mit 0,04% deutlich niedriger als der in extraleichtem Heizöl (0,1%)
  • Relative Unabhängigkeit von Preisschwankungen auf dem Weltmarkt für Öl und Gas
  • Staatliche Förderung bei der Anschaffung

Gute Ökobilanz

Zentrale Heizungssysteme, die anstelle von Gas oder Öl mit Holzpellets betrieben werden, sind heute keine Exoten mehr. Wer in eine zukunftssichere Form der Energienutzung investieren will, kann mit Holzpellets nicht falsch liegen. Sie heizen mit nachwachsenden heimischen Rohstoffen, an denen bei uns kein Mangel herrscht, und tragen zu einer Verbesserung der Ökobilanz unseres Landes bei.

Holzpellets-Anlagen werden staatlich gefördert

Die Technik der Heizungsanlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser ist ausgereift. Selbst in größeren Wohn- und Betriebseinheiten ist der Einsatz von Pelletheizungen erprobt. Dort werden mehrere Anlagen als Zweier- oder Dreier-Kaskaden miteinander zusammengeschaltet. Einige der auf dem Markt verfügbaren Anlagen können auch zusätzlich mit Holzscheiten und größeren Holzresten befeuert werden. In Deutschland wird die Anschaffung von Holzpellet-Feuerungsanlagen staatlich gefördert.

Bevor Sie einen Pelletofen anschaffen...

Machen Sie sich kundig. Dabei kann Ihnen der Energieberater von sienergium helfen und wertvolle Tipps geben. Er macht Sie mit den einschlägigen Vorschriften und Normen vertraut und weiß, wie sie am besten umgesetzt werden – zum Beispiel bei der Dimensionierung des Schornsteins und der sicheren Lagerung von Pellets. Bei unsachgemäßer Lagerung wird die Qualität der Pellets beeinträchtigt. Bei der Beantragung von Fördermitteln kann der Berater dazu beitragen, dass die Angebote der öffentlichen Hand voll ausgeschöpft werden.

Weiterführende Informationen

www.hero-hessen.de
Kompetenzzentrum HessenRohstoffe Witzenhausen (HeRo)

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