Wer in einem Passivhaus wohnt, braucht sich um die Heizölkosten kaum Sorgen zu machen. Man hat es im Sommer wie im Winter angenehm warm, ohne zu heizen, wenn man die kostenlosen Energiequellen, wie Sonne, Körperwärme und Wärmeabgabe der Haushaltsgeräte konsequent ausnutzt. Und wie ist das mit der Frischluft? Das leise arbeitende Lüftungssystem sorgt kontinuierlich für pollenfreie und staubarme Luft, von der Asthmatiker und Allergiker nur träumen können.

Der Heizwärmebedarf eines Passsivhauses ist geringer als 15 kWh /m²a, das entspricht im Jahr weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche. Diese sensationelle Genügsamkeit wird erreicht, wenn man beim Bauen und Nutzen diese zwei Grundsätze beherzigt:
  • Wärmeverluste vermeiden
  • Wärmegewinne optimieren
Bei der Vermeidung von Wärmeverlust spielen Dämmung, Luftdichtheit der Gebäudehülle und Fenster mit dreifachem Wärmeschutz die entscheidende Rolle. Bei der Wärmegewinnung muß alles herhalten, was Wärme abgibt – die Sonne, der Erdboden, die Menschen, die Haushaltsgeräte und die Abluft. Alles zusammen genügt, um eine Wohnung auch im Winter warm zu halten – ohne zusätzliches Heizsystem.

Die Kennzahlen für ein Passivhaus

  • Jahresheizwärmebedarf unter 15 kWh/m²a
  • U-Wert der Wände unter 0,15 W/m²K
  • U-Wert der Fenster unter 0,8 W/m²K
  • Wärmerückgewwinnung aus der Abluft größer als 75%

... und die erfolgreiche Umsetzung

  • Kompakte Bauweise
  • Konsequente Dämmung ohne Wärmebrücken
  • Südorientierung ohne Verschattung
  • Super-Fenster (Verglasung und Rahmen)
  • Luftdichtheit
  • Vorgewärmte Frischluft über Wärmerückgewinnung
  • Brauchwassererwärmung (Solarenergie/Geothermie)
  • Energiesparende Haushaltsgeräte
In Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen schon 3000 Passivhäuser, und ihre Bewohner fühlen sich darin wohl, weil das Raumklima als sehr angenehm empfunden wird. Dank der guten Dämmung strahlen alle Wände – auch die Außenwände – eine Wohlfühltemperatur ab, und die Lüftungssysteme sorgen für ein Raumklima, das auch für Allergiker eine Wohltat ist. Das erste Passivhaus in Deutschland wurde 1991 in Darmstadt Kranichstein gebaut und als Forschungsprojekt über die Jahre begleitet. Die Untersuchungsergebnisse und die Befragung der Bewohner werden vom Passivhaus institut kontinuierlich fortgeschrieben und dienen als Grundlage für weitere Verbesserungen des Passivhausstandards. Auch im Gebäudebebestand ist es möglich, durch geeignete Nachbesserungen in der Dämmung und der Dichtigkeit der Gebäudehülle den Passivhausstandard zu erreichen.

Guter Rat ist Geld wert

Der Energieberater von sienergium kann bei der Analyse eines Gebäudes oder bei der Planung eines Neubaus nach Passivhauskriterien auf die bisher gesammelten Erfahrungen in Deutschland zurückgreifen. Es gibt nachvollziehbare Fälle, unter welchen Bedingungen es sich lohnt, bei Sanierung und Neubauvorhaben die Passivhausstandards zur Orientierung heranzuziehen und dafür die staatlichen Fördermittel auszuschöpfen. Dabei sind die unterschiedlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen, zum Beispiel der Gebäudezustand, die Lage, die Bauweise. Alle diese Gegebenheiten sind zu bewerten, um ermitteln zu können, ob sich die Umstellung von einem normalen zu einem Passivhaus lohnt. In jedem Fall wird in seine Rechnung der spektakulär reduzierte Energieeinsatz eingehen, der gegenüber einem konventionell gedämmten Haus rund 90% ausmacht.

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