Wer schon in einem Niedrigenergiehaus wohnt, kann leicht ins Schwärmen kommen. Gesundes Raumklima, behagliche Wärme, geringer Energieverbrauch haben jeden Tag positive Auswirkungen auf das Wohlgefühl. Ist eine Lüftungsanlage eingebaut, sorgt diese mit kontinuierlicher Frischluftzufuhr für die Beseitigung lästiger Gerüche und Schadstoffe.

Niedrigenergiehaus im Bau
Niedrigenergiehaus im Bau

Das erfahren die Bewohner nicht nur subjektiv, auch messtechnisch ist die gute Luftqualität nachweisbar. Die kontrollierte Lüftung schützt wirksam gegen Feuchtebelastung und gibt dem Schimmelpilz keine Chance. Sind zudem noch gesundheitlich unbedenkliche Baustoffe verarbeitet worden, ist ein Niedrigenergiehaus rundum das perfekte Wohlfühlhaus, und die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat in diesem Zusammenhang mit Recht gefragt, warum wir erst so wenige von diesen Häusern gebaut haben.

Die energetischen Anforderungen

Wer heute ein Haus bauen will, muß die Vorschriften der EnEV kennen, denn die dort vorgeschriebenen Standards entsprechen dem Niedrighaus-Standard. Niedrigenergiehäuser werden seit den 90er Jahren gebaut. Es gibt also genügend Erfahrungswerte und positive Beispiele. Wem auch das Niedrigenergiehaus noch zu viel Energie verbraucht, sollte sich ein Passivhaus bauen. Hier liegt der Energieverbrauch unter 30 kW/h pro Jahr und m², eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung deckt den gesamten Energiebarf.

Die wichtigsten Punkte, die bei einer Planung zu berücksichtigen sind

  • optimaler Wärmeschutz für die Gebäudehülle
  • sorgfältige Ausführung im Detail (Vermeidung von Wärmebrücken)
  • kompakte Bauweise
  • Luftdichtheit der Außenwände
  • Lüftungssystem
  • Passiv-solare Gewinne
  • Heizungssystem mit ausgefeilter Bedienerführung

Reihenhäuser im Bau
Reihenhäuser im Bau

Die Planung im Einzelnen

Kompakte Bauweise: Je größer die Außenfläche eines Baukörpers ist, desto mehr muß abgedichtet werden, um Wärmeverluste in Genzen zu halten. Eine kompakte Form ohne An-, Auf- und Vorbauten verringert diese Außenflächen. Besonders geschickt ist es, Niedrigenergiehäuser in Reihenbauweise zu bauen, weil dabei in der Regel 2 Außenwände weniger abzudichten sind.

Luftdichtheit

Um den Luftaustausch über die Gebäudehülle zu vemeiden, ist eine sorgfältige Detailplanung und Bauausführung wichtig. Einzelheiten dazu hat die EnEV festgelegt. Besonders kritisch ist die Planung und Ausführung der Dachkonstruktion.

Kontrollierte Lüftung

Gelüftet wird meist nicht mehr bei offenem Fenster, sondern mit einem eingebauten Lüftungssystem, das entweder nur die Abluft nach draußen befördert oder mit einem System zur Wärmerückgewinnung gekoppelt ist.

Passiv-solare Gewinne

Der Einbau von speziell beschichtetem Wärmeschutzglas macht sich rasch bezahlt. Solches Glas kann den Wärmeverlust um mehr als die Hälfte verringern, und wenn es sich um 2-Scheiben-Fenster mit Edelgasfüllung handelt, ist das Ergebnis noch besser. Selbst große Fensterflächen an der Südfassade sind dann noch vertretbar, während man an Ost- und Westfassaden auf große Fensterflächen verzichten sollte, um hier die Wärmeverluste im Winter in Grenzen zu halten und um Überhitzung im Sommer zu vermeiden: Das Wärmeschutzglas verhindert das Entweichen der Wärme nach draußen, läßt aber Wärme der Sonneneinstrahlung passieren. Durch diesen Effekt kann die Sonnenstrahlung im Winter gut genutzt werden. Fensterflächen auf der Nordfassade sollten möglichst klein gehalten werden.

Heizungssystem

Ein System, das flexibel und schnell auf unterschiedliche Wärmeanforderungen reagiert, ist vorzuziehen. Die Heizungsanlage sollte über einen hydraulischen Abgleich an den Wärmebedarf der einzelnen Räumen angepasst sein. Die witterungsbedingte Regelung sollte zentral erfolgen und so eingestellt sein, dass der Heizkessel herunterfährt, wenn eine Wärmeanforderung ausbleibt.

Der Staat belohnt Energiesparer

Wer ein Niedrigenergiehaus bauen will, kann mit staatlicher Förderung rechnen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt zinsgünstige Darlehen, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sind.

Der Energieberater von sienergium kann im Einzelnen darstellen, welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Förder-Bedinungen zu erfüllen und bei der Antragstellung behilflich sein.

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