In dem Kyoto-Protokoll von 1997 haben sich 188 Länder verpflichtet, die Emission von Treibhausgasen zu vermindern, um eine gefährliche Störung des weltweiten Klimasystems zu vermeiden. Der größte Störfaktor ist dabei die globale Erwärmung, die durch sogenannte Treibhausgase verursacht wird.

Klimaveränderung beeinflusst das Abschmelzen der Polkappen
Die globale Entwicklung der jährlichen Durchschnittstemperaturen zeigt innerhalb des letzten Jahrhunderts einen Anstieg um 0,6 Grad. Das sieht ganz harmlos aus, ist es aber keineswegs. Die anhaltende Erwärmung hat schwerwiegende Folgen für die Landwirtschaft, die Artenvielfalt, die Trinkwasserreserven, die bewohnbaren Regionen und die Ausbreitung von Krankheiten. Auch die Jahrhundertflut der Elbe 2002 wird dem Temperaturanstieg zugeschrieben.
Als wichtigster Auslöser des Treibhauseffekts gilt die Zunahme von CO2 in der Atmosphäre, die in erster Linie von den Industrieländern verursacht wurde. In Zukunft werden aber auch die Schwellen- und Entwicklungsländer mehr CO2 an die Luft abgeben, mit dem Ergebnis, dass der CO2-Anteil in der Atmosphäre exponentiell steigen könnte.
Im Kyoto-Protkoll sind erstmals Zahlen festgeschrieben worden. Bis 2012 soll weltweit der Ausstoß von Treibhausgasen um 5,2% vermindert werden (bezogen auf den Stand von 1995). Nachdem nun auch die Ratifkation von Rußland vorliegt, ist das Kyoto-Protokoll für die Unterzeichnerstaaten verbindlich. Die USA – mit 36,1% Hauptemittent von Treibhausgasen – haben 2001 erklärt, das Protokoll nicht zu unterzeichnen. Das Protokoll konnte erst dann in Kraft treten, als mindestens 55% der Vertragspartner (die zugleich für mindestens 55% der Treibhausgase verantwortlich sind) die Vereinbarung ratifiziert hatten. Mit der Ratifizierung durch das russische Parlament Ende 2004 sind diese Voraussetzungen erfüllt .Das Kyoto-Protkoll ist seit dem 16.02.2005 völkerrechtlich in Kraft.
Für die Unterzeichnerstaaten ist die Zielmarke der Zeitraum 2008-2012. Bis dahin müssen die Staaten ihre zugesagten Reduktionen realisiert haben. Da bisher hauptsächlich die Industriestaaten konkrete Zusagen abgegeben haben, wird es in der Zeit nach 2012 darauf ankommen, auch die Schwellenländer – China, Indien, die Tigerstaaten – zu konkreten Maßnahmen zu bewegen. Denn die Erkenntnis der Klimatologen ist inzwischen unstrittig: Das Klima ist ein globales Phänomen, das nur mit global koordinierten Maßnahmen beeinflußt werden kann.

Verstärkte Nutzung Alternativer Energien
Ziele des Klimaschutzprogramms
Die europäische Union ist gegenüber dem Rest der Welt stärker in der Pflicht. Hier sollen bis 2012 die Treibhausgase um mindestens 8% reduziert werden. Das sind 2,8% mehr als die weltweit angestrebte Reduktion von 5,2%. Innerhalb der EU sind für die einzelnen Länder wieder unterschiedliche Werte festgelegt. Für Deutschland, eines der größten Industrieländer weltweit mit entsprechendem Emissionsvolumen, gilt der Wert von 21%, um den der Ausstoß von Treibhausgasen insgesamt bis 2012 zu mindern ist. Die Bundesregierung hat sich eine Minderung um 25% zum Ziel gesetzt, dürfte es aber nicht erreichen. Immerhin wurden bis 2002 die Emissionen um 15% vermindert. Das Klimaschutzprogramm, das die Bundesregierung am 18.10.2000 beschlossen hat, legt im Einzelnen fest, wie das angestrebte Ziel erreicht werden soll. Nun soll mit der verstärkten Nutzung alternativer Energien – Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme, Biomasse – das Programm fortgesetzt werden. Das Ziel ist, bis 2010 den Anteil erneuerbarer Energien zu verdoppeln (bezogen auf 2000). Von gleicher Bedeutung ist dabei die Verbesserung der Energieeffizienz, die im Wohnungsbau wie in der Wirtschaft gezielt vorgeschrieben und gefördert wird.Schwerpunkte des Klimaschutzprogramms
Das Klimaschutzprogramm umfaßt insgesamt 64 Maßnahmen. Den größten Effekt im Hinblick auf die Reduktion von Treibhausgasen erwartet man sich von den folgenden Maßnahmen:
(Grundlage: Dritter Nationaler Klimaschutzbericht der Bundesregierung vom 31.07.2002).
- Ökologische Steuerreform
- Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft
- Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz
- ErneuerbareEnergien-Gesetz (EEG)
- Maßnahmen im bereichder Siedlungsabfälle
- Zubau von Gas- und Dampf-Kraftwerken
- Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz im Strombereich
- Förderprogramm energetische Sanierung des Gebäudebestands
- EnergieEinsparVerordnung (EnEV)
- LKW-Maut
(Grundlage: Dritter Nationaler Klimaschutzbericht der Bundesregierung vom 31.07.2002).
Kein Grund zur Selbstzufriedenheit
Deutschland hat schon viel erreicht. Innnerhalb von 10 Jahren (1990 – 2000) konnten die Treibhausgase um mehr als 10% vermindert werden. Die Enquetekommission „Nachhaltige Energieversorgung“ sieht jedoch keinen Grund zur Selbstzufriedenheit. Bis zur Jahrhundertmitte müssen wir rund um den Globus so weit sein, dass das derzeitige Volumen von CO2-Emissionen um 80% reduziert wird. Das heißt noch mehr in alternative Energien und gleichzeitig in die Effizienzsteigerung investieren. Das ist eine gewaltige Gemeinschaftsaufgabe, die nicht nur den Hausbau und private Energie-Nutzung in den Haushalten betrifft, sondern alle Sektoren, die als Energieverbraucher an dem Phänomen der globalen Erwärmung beteiligt sind.
Während die CO2-Emissionen in der Industrie seit 1990 um 27%, in der Energiewirtschaft um 18% und im Bereich von Handel, Gewerbe und Dienstleistungen um knapp 34% überdurchschnittlich zurückgingen, nahm der Ausstoß von Kohlendioxid im Verkehrsbereich bis heute um rund 13% zu. Im Bereich der privaten Haushalte konnte mit 11,5% nur eine unterdurchschnittliche Reduktion erreicht werden.
Während die CO2-Emissionen in der Industrie seit 1990 um 27%, in der Energiewirtschaft um 18% und im Bereich von Handel, Gewerbe und Dienstleistungen um knapp 34% überdurchschnittlich zurückgingen, nahm der Ausstoß von Kohlendioxid im Verkehrsbereich bis heute um rund 13% zu. Im Bereich der privaten Haushalte konnte mit 11,5% nur eine unterdurchschnittliche Reduktion erreicht werden.
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